Aktionen der "Haus der kleinen Forscher"-Netzwerke

Über 220 lokale Netzwerke bieten die Fortbildungen vom "Haus der kleinen Forscher" in den Regionen an und sind das Gesicht der bundesweiten Bildungsinitiative vor Ort. Viele haben sich in der einen oder anderen Form am "Tag der kleinen Forscher" beteiligt, selbst Forscherfeste oder Aktionen durchgeführt, Einrichtungen unterstützt oder in anderer Form für den Aktionstag geworben. Hier berichten die Netzwerke über ihre Aktionen zum "Tag der kleinen Forscher" 2016.

Lokales Netzwerk Coburg

Das lokale Netzwerk Coburg, die IHK Coburg und das Naturkundemuseum feierten am „Tag der kleinen Forscher“ gemeinsam mit über 200 Kindern aus zehn Einrichtungen ein großes Forscherfest zum Motto „Willst du mit mir feiern?“. Die Mädchen und Jungen aus Kita und Grundschule entdeckten das Museum und konnten in einem extra eingerichteten Forschungslabor rund ums Thema „Feiern“ forschen.

Wie macht man Musik? Woraus besteht die Welt? Und was hat das mit Feiern zu tun? Sechs Forscherstationen gaben Aufschluss über viele spannende Fragen. An einer Klangstation erforschten die Mädchen und Jungen, wie sie Klänge und Musik erzeugen können. Mit Naturmaterialien konnten sie an der Farbstation experimentieren und selbst Naturfarben herstellen. Denn zu jeder guten Feier gehört eine farbenfrohe Dekoration – und manchmal sogar eine Schatzsuche. Bei der Mineralien-Schatzsuche begaben sich die Kinder auf eine Expedition zum Mittelpunkt der Erde und entdeckten verschiedene Mineralien, die sie anhand der Exponate im Museum selbstständig bestimmen konnten. Und wie sieht die Welt unter der Lupe aus? An der Mikroskopstation gingen die Kinder auch dieser Frage auf den Grund und staunten nicht schlecht: Keiner hätte gedacht, dass das glänzende, bunte Geschenkpapier unter dem Mikroskop ganz rau und faserig wird. Leider kommt nach jeder Feier auch das große Saubermachen... doch auch das kann Spaß machen! Mit selbst hergestellten Seifen können die kleinen Forscherinnen und Forscher künftig auch den hartnäckigen Partydreck beseitigen.

STIFT Thüringen

Auch die Kita „Liliput“ in Erfurt beteiligte sich am bundesweiten „Tag der kleinen Forscher“ mit einem Forscherfest. Sie bekamen Unterstützung von Dr. Birgit Klaubert, Thüringer Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, André Lange, ehemaliger Bob-Olympiasieger und Botschafter der Initiative „Thüringen – Land der kleinen Forscher“, Dr. Susanne Schweizer, Stiftung Haus der kleinen Forscher, Dr. Sven Günther, Geschäftsführer der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) und Holger Boas, Geschäftsführer, Thüringer Sozialakademie gGmbH/Träger der Einrichtung.

Beispielsweise konnte an einer der Stationen Eis hergestellt werden. Gerade bei Festen an heißen Tagen sind kalte Getränke und buntes Eis heiß begehrt. Bei der gemeinsamen Herstellung von Eis entwickelten die Kindern Ideen und Wege, wie sie das Wasser zunächst kalt bekommen und überlegten dann weiter, was sie tun müssen, um das Wasser zu Eis werden zu lassen. Doch wie soll ihr selbst hergestelltes Eis denn aussehen, welche Form soll es haben und was wird dafür gebraucht? Die Kinder der Kita lernten anhand dieses Experiments nicht nur die Eigenschaften des Wassers kennen, sondern erfuhren, wie viel Arbeit in einem selbst gemachten Eis steckt.

Kleine Forscher Hamburg

Während am Vormittag verschiedene Kita-Gruppen in den Räumen des FUNDUS THEATERs fünf Stationen durchliefen und z.B. Lichtfarben mischten, konnten am Nachmittag auch Eltern mit ihren Kindern teilnehmen. Auch der NDR war mit von der Partie und berichtete im Hamburg Journal über den „Tag der kleinen Forscher“.

Von den kleinen und großen Besucherinnen und Besuchern kamen durchweg positive Rückmeldungen zu einer gelungenen „Tag der kleinen Forscher“-Premiere des Netzwerks „Kleine Forscher Hamburg“. Mit Forscherpass, Urkunde und den Produkten ihrer Forschungsaktivitäten ausgestattet, traten die Kinder nach knapp zwei aufregenden Forscherstunden glücklich den Heimweg an.

Das FUNDUS THEATER / Forschungstheater und das Netzwerk „Kleine Forscher Hamburg“ freuen sich, dass die Zusammenarbeit am „Tag der kleinen Forscher“ nur der Auftakt im Jahr 2016 ist. Im Herbst werden zwei Fortbildungen des Netzwerks für Fachkräfte, die mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren arbeiten, in den Räumen des FUNDUS THEATERs / Forschungstheater angeboten. Außerdem gibt es im Rahmen des Lesefestes Seiteneinsteiger (http://seiteneinsteiger-hamburg.de/) im Oktober eine große Forscherveranstaltung im FUNDUS THEATER / Forschungstheater.

(Bettina Schmidt, "Kleine Forsche Hamburg")

De Lupenkieker

Das Netzwerk „De Lupenkieker“ aus Mecklenburg-Vorpommern ist seit fünf Jahren beim „Haus der kleinen Forscher“ dabei – ein schöner Grund, um sich vom Motto des „Tags der kleinen Forscher“, „Willst du mit mir feiern?“ inspirieren zu lassen. Zum Forscherfest in Torgelow kamen über 200 Kinder, die an sieben Forschertischen zu den Themen Wasser, Luft, Mathematik, Klänge und Geräusche sowie Energie forschen und entdecken konnten.

Ein Höhepunkt waren aber die Erzählungen von Robert Marc Lehmann, der die Kinder mit auf eine Unterwasserexpedition nahm: Er zeigte Bilder und erzählte von seinen Tauchausflügen, berichtete von den vielen Plastiktüten, die im Meer herum schwimmen, warum es schlecht für die Delfine ist, wenn man Thunfisch isst und wie so ein Stachelrochen aus der Nähe aussieht.

„Mich hat sehr beeindruckt, wie selbstständig die Kinder geforscht haben, wie konzentriert sie Lampen zum Glühen und Propeller zum Kreisen gebracht haben und mit welchem Interesse sie den Ausführungen des Meeresbiologen gefolgt sind“, sagte Netzwerkkoordinatorin Birgit Baumann. Begeistert war sie auch davon, wie entspannt die Kinder die Angebote nutzten. „Ich habe ja schon viele schöne Tage als Netzwerkkoordinatorin gehabt, aber dieser übertraf alles. Die Kinder haben uns am Ende gefragt, wann wir wieder so einen schönen Tag anbieten. Das war für uns ein schönes Lob.“

IHK Kiel

Kleine Forscher entern die Kieler Woche: Am „Tag der kleinen Forscher“, der in diesem Jahr unter dem Motto „Willst du mit mir feiern?“ stand, wurde zu Land und zu Wasser geforscht. Die IHK Kiel war mit zwei Ständen auf der Kieler Woche präsent – eine dieser Forschungsstationen war das einzigartige Schulforschungsschiff „Kurt Hahn“. Hier konnten Kinder Phänomene des Alltags genauer unter die Lupe nehmen: Wie dreht sich eigentlich ein Windrad? Und so schnell geht es, eine eigene Einkaufstüte aus altem Zeitungspapier zu basteln. Toll!

„Kinder sind die geborenen Entdecker, die alles ganz genau wissen wollen. Schon die Kleinsten, aber auch die Erwachsenen, können ihren spielerischen Forscherdrang ausleben und Alltagsphänomenen nach Herzenslust auf den Grund gehen“, so Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel. Auch die Kieler Kitas waren zum Forscherfest eingeladen und beteiligten sich rege am Basteln und Experimentieren. Für zusätzliche Momente der Freude sorgte ein Glücksrad, an dem eifrig Gewinne erdreht wurden.


Am Ende gingen die kleinen Wissenschaftler mit einem Forscherpass und vielen neuen Erkenntnissen  nach Hause. Ob die selbstgebastelte Papierseerose auch mit dem heimischen Leitungswasser zum Erblühen zu bringen ist? Zum Glück gibt es immer neue offene Fragen, denen kleine Forscher auf den Grund gehen können.

IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Hier wurden auch Erwachsene zu kleinen Forschern: Im Kreis Schwarzwald-Baar-Heuberg veranstaltete die Koordinatorin Ute Zimmer einen Vorbereitungsworkshop für den Forschertag 2016. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus der Region konnten schon einmal vor dem Forschertag die Ideen zum Thema „Willst du mit mir feiern?“ umsetzen und testen.

Gemeinsam dekorierten die Erzieherinnen und Erzieher bunte Einladungskarten mit Stempeln und bastelten Girlanden und Wimpel. Mit den Ideen für Spiele und Experimente begann dann auch der Wettbewerb unter den erwachsenen Forschern. Ein besonderes Highlight waren die sprudelnden Limonaden in giftig-grüner Farbe:

„Je schmutziger sie aussehen, umso besser schmecken sie! Dabei ist wichtig, dass man sich sein Glas selbst einschenken darf, sonst kann man es wirklich nicht trinken!“

Auch bei der Wasserstaffel, dem Wettpusten und dem Bau einer Luftballonrakete hatten alle Spaß,  konnten sich austauschen und herausfinden, worauf bei der Umsetzung mit Kindern geachtet werden muss. So fiel den Forschern beim Ausprobieren direkt auf, dass bei der Konstruktion der Rakete wichtig ist, auf die Beschaffenheit der Schnur zu achten, damit diese sich nicht direkt in viele einzelne Fäden aufdröselt. Eine solche Aktion ist die perfekte Gelegenheit, um Ideen und Anregungen in einem ungezwungenen Rahmen vorab zu testen, sich auszutauschen und die eigenen Erfahrungen an die Kinder weiterzugeben. So wird der Forschertag mit Sicherheit ein voller Erfolg.

Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn

Wie gelingt es, die Gummibären in den Papier-Booten schnell ins Ziel zu pusten? Genau: Der richtige Winkel und die Dosis der Atemluft sind dafür entscheidend.

Worauf ist bei der Konstruktion von Segelschiffen zu achten, wenn sie eine Regatta gewinnen sollen? Richtig: Der Mast muss im Zentrum des Bootskörpers befestigt werden, damit das Schiff bei kräftigen Pust-Attacken sturmfest bleibt. Und die Luftballon-Rakete? Sie fliegt so schnell, dass auf jeden Fall noch eine Zweite oder Dritte abgeschossen werden muss, weil es einfach so viel Spaß macht.

Die Kinder und Eltern der Kita Vincerola aus Köln feierten ihr „Tag der kleinen Forscher“-Fest als Höhepunkt ihrer „Forscher- und Experimentierwochen“. Spaß beim Erforschen von Naturphänomenen haben die Kinder der Kita Vincerola regelmäßig, denn Forschen gehört zum Alltag in ihrer Einrichtung, die Anfang diesen Jahres bereits zum zweiten Mal als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert wurde. Ein Forscherfest zum „Tag der kleinen Forscher“ konnte dank des Pilotprojektes der Stiftung Wissen in Kooperation mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln nun zum ersten Mal organisiert werden.

Denn durch diese Zusammenarbeit erhielt die Kita Unterstützung durch die Praktikantin Annika W., die Bildungswissenschaften mit mathematischer und naturwissenschaftlicher Ausrichtung mit dem Studienziel Grundschul-Lehramt studiert. Sie absolvierte ihr Berufsfeldpraktikum im Projekt „Haus der kleinen Forscher“. Das Pilotprojekt war für alle Beteiligten ein Erfolg und soll deshalb im kommenden Jahr für mehrere Kitas im Netzwerk der Stiftung Wissen und damit auch für mehr Studierende der Universität zu Köln angeboten werden.

Kleine Forscher Schleswig-Holstein Ost

Ein Forscherfest der besonderen Art feierten Kinder der Lübecker Kita St. Marien gemeinsam mit angehenden Erzieherinnen und Erziehern des ersten Ausbildungsjahres in der Dorothea-Schlözer-Schule. Die Klasse hatte Forscherstationen zu den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde für die vier- und fünfjährigen Kinder im Unterricht vorbereitet.

„Bricht der gleich aus?“, fragte Sophie und beobachtete gespannt, wie Henrike konzentriert Wasser in die Mulde ihres selbst gebauten Vulkans aus Erde und Knete träufelte. Und tatsächlich, das gelb eingefärbte Gemisch aus Natron, Brausetabletten und Zitronensäure brodelte zischend wie echte Lava aus dem Vulkankegel. An einem anderen Tisch untersuchten Paul und Elisa gemeinsam mit Schüler Ibrahim ein brennendes Teelicht, das in grün gefärbtem Wasser unter einem umgestülpten Glas steht. „Guck mal, das Wasser steigt hoch, die Kerze wird grün“, rief Paul begeistert. Und Lisa ergänzte mit Forschermine: „Da sind ja Blubberblasen!“. Dann wiederholten sie den Versuch mit Gläsern in verschiedenen Größen. Erstaunt stellten sie fest, dass die Kerze im kleineren Glas schneller ausgeht als im größeren.

Ibrahim freute sich sichtlich über den Forschergeist der Kinder, und dass er sein im Unterricht angeeignetes Wissen in der Praxis mit den Kindern anwenden konnte: „Wir üben im Unterricht sonst nur mit unseren Klassenkameraden in der Rolle der Kinder. Forschen mit Kita-Kindern bringt viel mehr Spaß.“

Bjarne, Jonathan und Smilla untersuchten derweil ein anderes naturwissenschaftliches Phänomen. Sie setzten ihre ausgeschnittenen und zusammengefalteten Papierrosen in eine wassergefüllte Schale. Gespannt sahen sie zu, wie sich die Blüten langsam öffneten.

Das Forscherfest endete mit einem gemeinsamen Mittagessen mit von der Schulklasse selbst gebackener Kinderpizza.

(Andrea Baum, "Kleine Forscher Schleswig-Holstein Ost")

Südwestmetall Hochrhein

Das Netzwerk Südwestmetall Hochrhein beteiligte sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Waldshuter Bildungsfrühlings" mit einem überregionalen Forscherfest an der deutschlandweiten Mitmach-Aktion für frühe MINT-Bildung, dem „Tag der kleinen Forscher“ 2016. In Waldshut gingen 350  Kinder unter dem Motto „Willst Du mit mir feiern?“ der Frage nach, wieviel Naturwissenschaften, Mathematik und Technik in einer richtigen Feier stecken.

Unterstützt wurde das Netzwerk tatkräftig von den regionalen Partnern: der Stoll VITA Stiftung, dem Verein Fachschule Jugendhilfe, der Justus-von-Liebig-Schule, dem Landkreis Waldshut und der IHK Hochrhein-Bodensee.

Zwei Bundestagsabgeordnete, Gabriele Schmidt und Thomas Dörflinger, besuchten den Forschertag und überzeugten sich selbst von den kreativen Ideen für Kinder und dem bunten Treiben.

Die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik der Justus-von-Liebig-Schule hatten 17 verschiedene Experimentier- und Forschungsstationen vorbereitet. Die Kinder durften unter anderem sprudelnde Zitronenlimonade herstellen, eigene Schminke mischen, mit Riesenseifenblasen experimentieren, Partyspiele  ausprobieren, Helium-Luftballons mit Wunschkarten steigen lassen, eigene Instrumente bauen und zum Klingen bringen und schafften es, „Feuerbälle“ über einem offenen Feuer herzustellen.