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Kinder haben Freude und reichlich Erfahrungen mit Papier als Mal- oder Bastelpapier, als Karton oder Geschenkpapier, Bilderbuch oder Verpackung. Beim Papier-Erkunden nehmen die Mädchen und Jungen diesen spannenden Stoff unter die Lupe.

Papiertonne
© Tim Brackmann/Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

Die Kinder entdecken Eigenschaften und Produktionsbedingungen verschiedener Papiere: Herstellung und massenhafte Nutzung von Papier und deren Probleme werden deutlich und es gibt viele praktische Anregungen, etwas zu ändern.

In den nächsten Wochen erkunden die Mädchen und Jungen, wo Papiere in unserem Alltag eine Rolle spielen und wie viel wir verbrauchen. Sie erfahren zum Beispiel, dass Papier aus Fasern hergestellt wird. Die Kinder entwickeln Ideen, altes Papier mit neuem Leben zu füllen, um weniger Rohstoffe zu verbrauchen. Handwerkliches Geschick und kreatives Gestalten ist in der Papier-Perlenwerkstatt gefragt.

(Forschertipp von Barbara Maué, Natur zum Anfassen, Autorin der ANU NRW der "Unterrichtsmaterialien Papier - von Natur bis Kultur")

Woche 1: Papier, Papier wohin ich seh'!

Dem Papier auf der Spur…

Zum Einstieg in die nächsten Wochen erkunden Sie mit den Kindern Papiervielfalt und Papiermenge.

Gehen Sie gemeinsam auf die Pirsch: Finden Sie Papiere im Kindergarten, Hort oder der Grundschule? Welche Arten entdecken Sie in den Gruppenräumen, der Küche oder im Bad? Welche Papiere werden zu Hause genutzt? Wie wäre ein Tag ohne Papier? Wieviel benutzen bzw. verbrauchen Sie?

Tragen Sie mit den Kindern verschiedene Papiere aus allen Räumen zusammen – von Mal- und Backpapier bis zum Zehn-Euroschein. Das ist Ihr "Papier-Vielfalts-Schatz" für die nächsten Wochen. Papiere, die die Mädchen und Jungen entdecken, aber nicht mitnehmen (z. B. die Tapete von der Wand, das benutzte Taschentuch oder ein Buch aus der Bücherei), kommen symbolisch in die Schatzkiste. Um Ihren Papierverbrauch darzustellen, sammeln Sie in den nächsten zwei Wochen zudem jedes Papier, das Sie benutzen, in einer zweiten Kiste. 

Untersuchen Sie zusammen mit den Kindern verschiedene Papiere. Nutzen Sie Lupen, Scheren, Filzstifte, Radierer, Wasser, Öl oder andere Hilfsmittel. Wie verhalten sich die Papiere: Wird das Wasser schnell eingesogen? Lässt sich mit Filzstift darauf malen? Reißt es leicht? Was möchten die Kinder noch erforschen?

Nachdenkfrage: Wie wäre es, wenn wir eines Morgens kein Papier mehr hätten? Was würde passieren?

Woche 2+3: Papiervielfalt erkennen und nutzen – Perlen herstellen

Bastelanleitung für Papierperlen

Laden Sie hier eine Bastelanleitung für Papierperlen herunter und erkunden Sie gemeinsam mit den Kindern Papiereigenschaften.

Papiere sortieren

Haben Sie gemeinsam mit den Kindern in der ersten Woche Papiere gesammelt? Die Ausbeute in den beiden Kisten bieten nun viel Material, um zu sortieren und eine kleine Ausstellung zu Vielfalt und Verbrauch zu gestalten.

Sortieren Sie die Papiere auf verschiedene Arten. Lassen sich die Papiere nach Farbe, Papierdicke und Eigenschaften, die in der letzten Woche untersucht wurden, einordnen? Finden sich dieselben Papiere in den unterschiedlichen Sortiergruppen zusammen?

Tipp: Lassen Sie die Mädchen und Jungen auch nach den vier Papierhauptsorten sortieren:

1. Schreib-, Mal-, Druckpapiere (grafische Papiere inkl. Bücher und Zeitungen)
2. Verpackungspapiere und -pappen,
3. Hygienepapiere und
4. Spezialpapiere (Fotopapier, Backpapier, Kassenzettel, Geldschein…)

Finden die Kinder Zusammenhänge zwischen den Eigenschaften der Papiere und den Sortengruppen?
Zunächst sortieren die Mädchen und Jungen die Papiere und stellen dann Plakate mit aufgeklebten Papiersorten aus. Es entsteht eine Ausstellung zur Papiervielfalt. 

Wissenswertes: Für verschiedene Zwecke eignen sich die unterschiedlichen Eigenschaften der Papiere. Serviettenpapier (Hygiene) ist saugfähig und nicht mit Filzstift oder Bleistift bemalbar. Bei Schreibpapier (grafisches Papier) gilt das Gegenteil.

Gesamtpapierverbrauch ermitteln

Die Mädchen und Jungen sehen sich die Kiste mit dem gesammelten gebrauchten Papier an: Wie viel hat sich angesammelt? Schauen Sie sich gemeinsam das Volumen oder Gewicht an und vergleichen Sie es mit etwas Bekanntem, z. B. passt es in einen Eimer? Wiegt die Sammlung so viel wie drei große Stöcke? Oder ähnliche Vergleiche.

Stapeln Sie mit den Kindern den Gesamtpapierverbrauch eines Monats, um unseren hohen Verbrauch greifbar zu machen. Erfahrenere Kinder berechnen die Menge.

Nachdenkfragen: Verbrauchen wir Papier, das in der Sammlung nicht erfasst wird? Verwenden wir von einer Sorte mehr und von einer weniger?

Wissenswertes: Bei den vier Papiersorten machen Verpackungen inzwischen 50% aus, Tendenz steigend, (120kg/Jahr/Person) und die grafischen Papiere 37% (90 kg/Jahr/Pers). Nur 13% (31kg/Jahr/Pers.) entfallen auf Hygiene- und Spezialpapiere. Zu unserem privaten Verbrauch kommt die Pappe in den Geschäften, Papiere in den Behörden etc.

Überlegen Sie zusammen mit den Mädchen und Jungen (mithilfe der Schatzkiste oder der Plakate zu den Papiersorten), wo Sie auf Papier verzichten oder dies durch andere langlebige Produkte ersetzen können.

Woche 4: Der Perlenschatz

Im Perlen-Dreh-Fieber

Sind die Mädchen und Jungen inzwischen im Perlen-Dreh-Fieber: Was lässt sich aus den Perlen machen? Wofür setzen Sie sie ein?

An welcher Herausforderung hätten die Kinder Freude:

Wer dreht Perlen in verschiedensten Rottönen?
Wie sieht eure kleinste, wie eure größte Perle aus?
Lassen sich Perlen aus anderen Altpapiersorten drehen? Was ist dabei anders?

Forscherfestidee

Verkaufen/Verschenken Sie Lesezeichen aus einem bemalten Pappstreifen mit einem "Bammsel" aus Papierperlen unten dran.

Oder bieten Sie einen Papier-Wiederverwendungstisch an: mit der Möglichkeit, Papierperlen zu drehen oder Briefumschläge aus Zeitschriften zu falten.