Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Papier gestaltet Räume

Kinder bauen mit viel Begeisterung die verschiedensten Dinge zusammen oder auseinander. Papier und Pappe sind ein hervorragendes Material dafür, denn häufig benutzen wir diese Werkstoffe nur kurz - danach können die Kinder sie für Bauprojekte einplanen: Was wollen sie bauen?

Illustration einer Burg aus Pappkartons.
© Tim Brackmann/Stiftung Haus der kleinen Forscher

Kinder lieben es, Dinge zu untersuchen und neu zusammenzusetzen. Ob mit großen Polstern, Matratzen und Decken, mit langen Stöcken oder kleinen Stäbchen, Bauklötzen und Magneten: die Mädchen und Jungen sind mit Eifer und großer Ausdauer am Werk.

In den nächsten Wochen soll Papier der Werkstoff für diese Bauten sein. Mit alten Zeitungen und Zeitschriften, leeren Getränkekartons, Schachteln oder Eierpappen lassen sich ganze Räume gestalten.

Woche 1: Was wollen wir bauen?

Papiergebäude mit den Kindern planen

Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, was Sie bauen möchten und welches Material dafür am besten geeignet wäre. Hohe und filigrane Türme entstehen z. B. aus einzeln gerollten Zeitungsseiten. Ganze Raumabschnitte und Häuser lassen sich beispielsweise mit Pappkartons oder Eierpackungen gestalten.

Planen Sie mit den Mädchen und Jungen für größere Gebäude den Grundriss mit einem Modell aus Legosteinen: Jeder Sechser-Baustein entspricht einer Zehner-Eierschachtel oder einem Getränkekarton.

Oder legen Sie ohne große Planungen los. Hier ergeben sich Größe und Struktur des Papier- oder Papp-Gebäudes über die Tage und Wochen immer wieder neu anhand des mitgebrachten Materials der Kinder.

Stellen Sie gemeinsam den Materialnachschub sicher: Eltern, Großeltern, benachbarte Geschäfte etc. können dabei helfen.

Woche 2: Los geht der Bau

Erster Spatenstich / Grundsteinlegung

Für den Bau von Zeitungshäusern oder -türmen rollen die Kinder das Zeitungspapier zu langen Stäben und verbinden diese mit Klebestreifen oder Malerkreppband. Um große Streben zu bekommen, ist es nötig, mit dem Aufrollen der Zeitungspapierseite an einer Ecke zu beginnen. Das Aufrollen braucht anfangs vielleicht etwas Übung und verlangt von den Kindern ein wenig Geduld.
Die Gebäude sollten so groß sein, dass mindestens ein Kind hineinpasst. Welche Lösungen finden die Mädchen und Jungen, damit ihre Konstruktionen nicht zusammenbrechen oder zur Seite kippen? Können sie ein Haus bauen, in das alle Kinder der Gruppe bzw. Klasse hineinpassen? Eine Anleitung für einen Papierhausbau finden sie hier.

Beim Bau eines Karton- oder Eierschachtelhauses merken die Mädchen und Jungen schnell, wie wichtig die Basis für einen stabilen Halt der Wände ist und, dass Stützen dabei helfen, eine gerade Wand zu bauen. Setzen Sie eine Wasserwaage ein und untersuchen Sie gemeinsam, mit welchem Kleber sich die Schachteln besonders gut verbinden lassen. Ein Tipp noch für den Bau der Fenster: die Hohlräume sollten mit ungeklebten Kartons gestützt werden, bis die umgebende Wand fertig geklebt und getrocknet ist.

Nächste Woche feiern wir gemeinsam Richtfest und schauen, wie weit die Gebäude schon sind!

Woche 3: Steht das Haus?

Fertig fürs Richtfest

Wie sehen die Gebäude der Kinder mittlerweile aus? Läuft der Materialnachschub noch?

Manchmal gelingt nicht alles, sind die kleinen Handwerkerinnen und Handwerker vielleicht unsicher, wie sie beim weiteren Bauen am besten vorgehen sollen und müssen durch Ausprobieren die beste Lösung finden. Manche Eierschachtelwand wird sicher wieder einstürzen, mache Zeitungshäuser wollen nicht gerade stehen. Bleiben Sie hartnäckig – immer wieder ergeben sich neue Ideen, wie z.B. eine Wand um die Ecke zu bauen und sie so zu stabilisieren. Überlegen Sie mit den Kindern:

• Gibt es eine Stelle, an der das Haus noch wackelt? Wie können wir es stabiler machen?

• Was könnten wir tun, damit die Hausbewohner vor Wind und Wetter geschützt sind?

Sind die Gebäude fertig, können die Mädchen und Jungen aus den übrigen Kartons, Schachteln und Papierstreben die Inneneinrichtung ihrer Häuser fertigen (z. B. Tische, Stühle, Schränke etc.). Von der Idee bis zur Einweihung der Gebäude können ein paar Stunden, einige Wochen oder gar viele Monate vergehen. Im Kinderhort Jacob-Löhr-Straße in Bensheim dauerte es ganze acht Monate bis zum fertigen Haus, bei dem die Kinder insgesamt 1.514 Eierschachteln verbaut hatten. Lesen Sie hier den Projektbericht.