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Tipps aus der Praxis

Ein Forscherfest macht Ihr Engagement für gute frühe MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung sichtbar - und vor allem auch riesig Spaß! Hier verraten zwei Kitas, wie sie gemeinsam mit den Kindern, Eltern und weiteren Gästen Forscherfeste vorbereiten und feiern - lassen Sie sich für Ihren "Tag der kleinen Forscher" inspirieren!

Zwei Kinder tragen weiße Masken und bunte Girlanden
© Katrin Aue

Kita Bussi Bär aus Bernburg (Saale)

Welche wertvollen Erfahrungen haben Sie bezüglich Planung und Umsetzung eines Forscherfestes?

In unserer Einrichtung orientieren wir uns bei der Planung und Umsetzung eines Forscherfestes an den Themenvorschlägen vom "Haus der kleinen Forscher".
Unsere Forscherbeauftragten setzten sich mit Materialien und Experimenten zum Thema auseinander und stellen dem Team in der Dienstberatung grob das Thema vor und machen Materialien zugänglich. Jede Gruppenerzieherin plant individuelle Angebote für ihre Gruppe entsprechend dem Alter und dem Interesse der Kinder.

In Morgenkreisen findet ein Austausch mit den Kindern zum Forscherthema statt. Hier werden Ideen und Interessen der Kinder gesammelt. Gruppenvertreter tragen die jeweiligen Ideen im Kinderparlament vor und gemeinsam wird besprochen, welche Aktivitäten zum Forscherfest stattfinden sollen.
Nachdem die Inhalte grob geplant sind, werden Eltern und Kooperationspartner ins Boot geholt. Diese übernehmen prozessbegleitende Angebote, z.B. Sammeln und Bereitstellen von benötigten Materialien. Unsere Kooperationspartner, Hochschule Strenzfeld und die Stadtbibliothek Bernburg, bieten externe Infoveranstaltungen für die Kinder an.
Jede Gruppe dokumentiert ihre Forscheraktivitäten in Form von Fotos, Aushängen und Produkten. Am Tag des Forscherfestes werden diese als Ausstellung für alle zugänglich gemacht. Diese Ausstellung wird von den Kindern begleitet: Sie erklären und zeigen ihren Gästen, was in der Kita zur Vorbereitung des Festes stattgefunden hat. Zum Forscherfest gibt es verschiedene Forscherstationen, die jeweils von einer Gruppe gestaltet und durchgeführt werden. Die Kinder besuchen mit ihren Gästen die Stände und haben beim gemeinsamen Experimentieren viel Spaß.

Der Rahmen des Forscherfestes ist gekennzeichnet von einem familiären Miteinander. Zu diesem Anlass findet immer ein Kuchenbasar statt, dessen Erlös für die Anschaffung neuer Forschermaterialien genutzt wird. Bei Kaffee und Kuchen haben die Eltern, Erzieher und Kinder die Möglichkeit sich zu verschiedenen Themen auszutauschen. Oft entstehen hierbei bereits neue Ideen für unsere monatlichen Forscherangebote.

Wie haben Sie ihr eigenes Forscherfest erlebt? Geben Sie uns einen Eindruck.

Alle - Kinder, Eltern, Gäste und das Kita-Team - freuen sich jedes Jahr sehr auf das Fest. Zum Forscherfest "Papier - das fetzt" reichten die Forscherinhalte vom Herstellen bis zum Recycling von Papier. Unsere Jüngsten sammelten beim Experimentieren mit verschiedenen Papiersorten zahlreiche, sinnliche Erfahrungen.

Die größeren Kinder haben Eigenschaften von Papier erforscht, haben festgestellt wie bestimmte Umweltbedingungen die Struktur und Beschaffenheit von Papier verändern. Sie konnten feststellen, dass durch bestimmte Anordnungen von Papier durch falten, kleben, stecken dessen Tragfähigkeit und Belastbarkeit erhöht werden. So war es zum Beispiel möglich, dass ein Spielzeugauto über eine gefaltete
Papierbrücke fahren konnte ohne dass diese zerstört wurde. Um der Nachhaltigkeit, die beim jedem Forscherfest eine wichtige Rolle spielt, gerecht zu werden, wurde den Kindern der Wert von Papier nahegebracht.

Eine Besonderheit dieses Festes war die Produktion eines Slow-Motion-Films. In diesem Film setzen sich die Kinder mit dem Recycling von Papier auseinander. Er löste große Begeisterung bei den Kindern und Gästen aus.
Das gemeinsame Agieren von Eltern und ErzieherInnen, der Austausch untereinander und das gemeinsame Erleben ist ein besonderer Meilenstein der Zusammenarbeit mit den Familien. Es war sehr schön, die positive Stimmung aller Teilnehmenden zu unserem Fest spüren zu können. Alle hatten großes Interesse an den Ergebnissen unserer zurückliegenden Forscherangebote und dem daraus resultierenden umfangreichen Wissen unserer Kinder.

Welche Bedeutung hat der "Tag der kleinen Forscher" für die Kita Bussi Bär?

Das Forscherfest stellt in unserer Kita einen alljährlichen Höhepunkt dar. Die ErzieherInnen nutzen diesen Tag, um Einblicke in ihre pädagogische Arbeit zu geben. Wir haben hier die Möglichkeit, wichtige Meilensteine in der Prozessbegleitung der Kinder transparent zu machen.
Dieser Tag spiegelt spannende Beobachtungen, die große Themen Vielfalt und die Erlebnisse einer gemeinsamen Entdeckungsreise wider. Er ist eine wesentliche Basis für die Elternarbeit und bietet den Kindern viel Raum für wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen. Bei aller pädagogischen Wichtigkeit und Bedeutung, steht an diesem Tag das gemeinsame Erleben und der Spaß am forschenden Handeln im Vordergrund.

Kinder halten bunte Papierflieger in den Händen
© Katrin Aue

Kita Spielkiste aus Magdeburg

Welche wertvollen Erfahrungen haben Sie bezüglich Planung und Umsetzung eines Forscherfestes?

Es ist wichtig mit den Kindern zu planen, denn sie transportieren ihre Wünsche in ihre Familien. Die Familien der Kinder wollen sich beteiligen, nach ihren Möglichkeiten. Weiterhin führt eine gute Kommunikation mit dem Leitungsteam zum Erfolg. Nur so können Ideen umgesetzt und offene Fragen z. B. zur Organisation geklärt werden. Diese Überlegung war bei bisherigen Festen für alle Beteiligten sehr wertvoll, denn mit ihrer Begeisterung steckten die Kinder ihre Eltern beim gemeinsamen Tun innerhalb weniger Minuten an: Sie ließen ihre Eltern an den Stationen mit Papier, Farbe, Wasser, Luft und Magneten experimentieren, rätseln und ausprobieren. Auf der wilden Wiese wurde gegärtnert und in der Freiluftwerkstatt entstanden lustige Müllmonster.

Unsere Eltern wissen, die Neugier und Faszination gegenüber der Natur und ihren Phänomenen stehen bei uns jeden Tag im Mittelpunkt. Für das Fest wurden zahlreiche Blumen zum Schmücken mitgebracht. Für die Forscheraktionen gab es im Voraus eine Materialliste, wo die Eltern sich in großer Zahl eintrugen.
Die Zusammenarbeit mit unseren Eltern ist uns sehr wichtig und hat einen sehr hohen Stellenwert in unserer täglichen Arbeit. Viele Projekte und Ausflüge können in einer hohen Qualität stattfinden, denn immer wieder bringen sich unsere Eltern ideenreich ein und unterstützen uns aktiv. Es hat sich fast zu einer Selbstverständlichkeit entwickelt, dass Familien uns unterstützen. Ein Miteinander auf Augenhöhe und regelmäßiger vertrauenswürdiger Austausch bilden hier die Grundlage für gelingende Elternarbeit. So zieht sich die Elternarbeit in unserer Kita wie ein roter Faden durch das Jahr und wird sicher nicht reißen.

Wie haben Sie Ihr eigenes Forscherfest erlebt? Geben Sie uns einen Eindruck.

Ein großes Forscherfest zum "Tag der kleinen Forscher" war in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Daher hatten wir uns entschieden, ein kleines Fest mit drei Aktionstagen für die Kinder zu starten. Wir haben mit den Kindern geplant, Ideen ausgetauscht, Bilder gestaltet und gemeinsam Experimente und Spiele vorbereitet. Unsere Leitung, das Kuratorium und viele Eltern folgten dem Ruf der Kinder und waren rasch von der Begeisterung der kleinen Forscher und Forscherinnen angesteckt!

Auf Grund der Pandemie entschieden wir uns kurzfristig für einen Termin. So konnten wir bei schönem Wetter an der frischen Luft den ganzen Tag feiern, experimentieren und forschen. Im Mittelpunkt standen die gemeinsamen Aktivitäten, denn das Interesse der Eltern war wieder enorm. Somit konnten unsere Eltern beim Abholen ihrer Kinder sich in kleinen Gruppen beteiligen. Diesbezüglich konnte der Sicherheitsabstand auf unserem großen Außengelände sehr gut eingehalten werden. Also alles richtig gemacht!

Welche Bedeutung hat der "Tag der kleinen Forscher" für Ihre Kita?

Wir wissen, gute frühe MINT-Bildung macht Kinder stark und befähigt sie, verantwortungsvoll und selbstbestimmt zu handeln. Alle Kinder brauchen Erwachsene und genug Freiräume, um Freude, Forschen und Lernen zu entwickeln. Wir feiern das lernende Forschen durch Eltern-Forscher-Tage oder durch gemeinsame Aktivitäten wie kleine Arbeitseinsätze und Ausflüge über das ganze Jahr. Wir sehen unsere vielfältige pädagogische Arbeit nicht als Pflicht oder Last - das spüren unsere Eltern. Unser Kita-Team hat einfach Lust herauszufordern, anzuregen und zu unterstützen. Der bundesweite Mitmachtag ist etwas ganz besonderes, denn er stellt unsere wertvolle Arbeit in den Mittelpunkt. Die Ideen und Impulse vom Haus der kleine Forscher sind sehr gut umsetzbar und begleiten uns schon viele Jahre. Dafür danken wir sehr!