Kennst du den Drehwurm?

Im Kreis herum, wieder und wieder, linksherum oder lieber rechtsherum? Mal langsamer, mal schneller, alles dreht und wirbelt mit. Im Kreis herum dreht sich scheinbar die ganze Welt. Doch Achtung, wer dabei den Drehwurm kriegt, fällt vielleicht um?!

  • Quelle: Christoph Wehrer / Haus der kleinen Forscher
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Alltagsbezug

Viele Kinder ergreifen neugierig die Chance, sich zu drehen oder zu rollen. Karussells und Drehscheiben auf Spielplätzen erfreuen sich bei ihnen großer Beliebtheit, auch das Kreise(l)n um die eigene Achse probieren die Mädchen und Jungen gern und oft aus. Welche Erfahrungen haben die Mädchen und Jungen in Ihrer Einrichtung schon damit gesammelt? Sind die Kinder dabei schon einmal dem "Drehwurm" begegnet?

Sie brauchen

  • viel freien Platz für Bewegung – drinnen und / oder draußen
  • ggf. Matten
  • ggf. Hula-Hopp-Reifen, Seile
  • Malerkrepp
  • Decken oder Handtücher
  • ggf. wetterfeste Kleidung für Aktivitäten im Außenbereich


Vereinbaren Sie gemeinsam mit den Kindern Regeln, die das gegenseitige Verletzen vermeiden.

Der Versuch beginnt

Um ihren persönlichen "Drehwurm" zu finden, können die Kinder zunächst in Bodennähe das Rotieren ausprobieren. Laden Sie die Mädchen und Jungen ein, sich beispielsweise auf den Boden seitlich rollend durch den Raum zu bewegen, im Wechsel nach links und nach rechts, mal schnell, mal langsam. Vielleicht gibt es auch eine Schräge im Raum oder im Außenbereich, die die Mädchen und Jungen hinab oder herauf rollen können. Gelingt es ihnen, sich sitzend, liegend, kniend, hockend auf dem Boden zu drehen? Dabei kann ein Handtuch oder eine Decke als Rutschunterlage hilfreich sein.  Auf welchen Untergründen können sie sich gut drehend bewegen? Wer kann schon einen Purzelbaum – seitlich oder gerade – schlagen?  Geht das eigentlich auch rückwärts?

In den notwendigen Pausen bitten Sie die Kinder, sich selbst zu beobachten und wahrzunehmen, wie sie auf das Drehen und Rollen reagieren und tauschen sich mit ihnen dazu aus.

So geht es weiter

Markieren Sie für jedes Kind auf dem Boden einen Ort, an dem jedes einzeln für sich ausprobiert,  sich stehend in unterschiedlicher Art zu drehen:  um die eigene Achse, erst langsam und dann schneller werdend, gebeugt oder aufrecht, mit oder ohne Tücher in der Hand oder um den Bauch geschlungen - jedoch immer mit Richtungswechsel und Pausen.
Zu zweit können sich die Mädchen und Jungen an den Händen fassen und im Kreis laufen.  Geht es besser, wenn beide gleich groß sind? Welche weiteren Ideen entwickeln die Kinder, um sich zu zweit bzw. gemeinsam im Kreis zu bewegen?
Welche Ideen haben die Kinder, sich als kleine Gruppe zu drehen, zu rollen, zu kreiseln?

Tauschen Sie sich in den Pausen mit den Kindern aus: Was nehmen die Mädchen und Jungen wahr, wenn sie sich drehen und was, wenn sie aufhören zu rotieren? Laden Sie die Kinder ein, sowohl vor als auch direkt nach dem Rotieren über ein Seil oder einer langen Linie aus Malerkrepp laufen. Was stellen sie fest?

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Hintergrund

Vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen unterstützen die motorische Entwicklung, das gilt für Menschen jeden Alters. Eine wesentliche Bedeutung nimmt die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten ein. Zu den koordinativen Fähigkeiten gehören die Gleichgewichtsfähigkeit, die Reaktionsfähigkeit, die räumliche Orientierungsfähigkeit. Diese Fähigkeiten ermöglichen die Steuerung und die Anpassung einer Bewegung, was für die gekonnte Bewältigung von Alltagssituationen und beim Ausdehnen des eigenen Aktionsradius von Bedeutung ist.
Um sich beispielsweise sicher im Straßenverkehr bewegen zu können, genügt nicht nur das Kennen und Einhalten von Verkehrsregeln. Bewegungs-, Reaktions- und Koordinationssicherheit von Kindern und Erwachsenen spielen dafür eine ebenso wichtige Rolle, so wie auch das Vermögen sich konzentrieren oder mit anderen zu kooperieren zu können, also geistige und soziale Fähigkeiten.

Ideen zur Fortsetzung

Halten Sie gemeinsam mit den Kindern Ausschau nach Dingen, die besonders gut kreiseln. Wie müssen diese Dinge gehalten und in Drehung versetzt werden, damit sie möglichst auf einer Stelle rotieren? Wie muss man zum Beispiel ein Geldstück, eine Murmel, ein Ei, einen Stift halten, damit sich diese drehen können? Welche Rolle spielt dabei der Untergrund? Vielleicht haben die Kinder Lust gemeinsam mit Ihnen in einer Kreiselwerkstatt verschiedenste Kreiselmodelle zu entwickeln und auszutesten.