Gekonnt bremsen!

„Jemand ist nicht zu bremsen“ – was umgangssprachlich mit viel Tatendrang verbunden ist, kann in anderen Zusammenhängen zur Gefahr werden. Sind Kinder mit Laufrad, Roller, Fahrrad etc. unterwegs, brauchen sie Übung darin, ihre Fahrweise den Gegebenheiten anzupassen.

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Alltagsbezug

Recht frühzeitig dürfen viele Kinder verschiedenste Fortbewegungsmittel nutzen. Mit ihnen kommen sie schneller von Ort zu Ort. Jedoch auch sicher?

Ob zwei, drei, oder vier Räder – die Fahreigenschaften der Fortbewegungsmittel werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dabei spielt u.a. auch die Beschaffenheit des Untergrundes eine Rolle. Auf Kopfsteinpflaster, Sand und Kies ist das Fahren auf kleinen, schmalen Rädern schwieriger als auf glattem, festem Untergrund. Wege verändern sich mit den Witterungsbedingungen oder auch durch die Nutzung vieler Menschen. Matsch, Pfützen, Schnee und Eis – wie fahre ich gekonnt bei welchen Gegebenheiten?
Wieder gilt: Übung macht den Meister und die Meisterin, ob jung oder älter.

Sie brauchen

  • verschiedene Fortbewegungsmittel für die Kinder
  • evt. Fotoapparat, Papier und Stifte für Notizen und Skizzen
  • eine geeignete Strecke z.B. im Hof oder Garten
  • Materialien zum Kennzeichnen von Stopps entlang des Weges (Springseile, Stöcker, Kegel etc.)


 Hinweis: Denken Sie immer an die nötige Schutzkleidung wie Helme und Gelenkschoner für die Kinder!

Der Versuch beginnt

Laufen Sie gemeinsam mit den Mädchen und Jungen einen zuvor gewählten Weg ab, um dessen Besonderheiten kennenzulernen. Welche Untergründe wechseln sich ab? Gibt es Straßenüberquerungen, Beleuchtung, Baustellen? Wo ist der Weg uneben, ausgefahren oder von Wurzeln unterbrochen? Wie verändern sich die einzelnen Wegabschnitte mit der Witterung? Wo bilden sich Pfützen?

Treten Sie mit den Kindern in einen Erfahrungsaustausch: Auf welchem Wegabschnitt kann man sich mit welchem Fortbewegungsmittel (z.B. Roller, Drei-, Lauf- oder Fahrrad, Rollschuhe, Hand- und Puppenwagen) gut oder eher schlecht bewegen? Wann und weshalb? Es knirscht, es ist rutschig - welche Worte finden die Kinder für das Fahrgefühl?
Legen Sie nun gemeinsam mit den Kindern den Fokus auf die einzelnen Fahrgeräte. Wo befinden sich deren Bremsen und wie benutzen die Kinder diese? Wie stoppen sie mit Rollschuhen, Skateboard etc.? Was müssen die Kinder beim Bremsen jeweils beachten?

So geht es weiter

Die Mädchen und Jungen probieren die Bremsen zunächst am stehenden Fahrgerät aus. Mit je einem der Fahrgeräte versucht dann jedes Kind vorsichtig das Bremsen aus der langsamen Fahrt heraus. Entlang einer Strecke, die über verschiedene Untergründe führt, markieren Sie mehrere „Parkbuchten“ (z. B. mit ausgelegten Springseilen, Stöcken). Auf Signal beginnen die Kinder nacheinander ihre Fahrt und kommen in einer der „Parkbuchten“ zum Stehen. Bei Wiederholungen wählen die Kinder jeweils eine andere „Parkbucht“. Wie gelingt das Anhalten in den Parkbuchten? Welchen Einfluss auf das Anhalten haben die  verschiedenen Untergründe?

Entlang eines Parcours, der über unterschiedliche Untergründe führt, stoppen die Kinder an mehreren markierten Stellen, um dann ihre langsame Fahrt fortzusetzen. Welchen Abstand müssen die Kinder voneinander halten, um sich beim Anhalten nicht in die Quere zu kommen?

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Hintergrund

Nutzen Klein und Groß die verschiedenen Fortbewegungsmittel, gibt es vieles, das  zusätzlich und innerhalb kurzer Zeit zu meistern ist, um sicher voran zu kommen. Lenken, Balance halten, bremsen und beschleunigen, Geschwindigkeiten variieren, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer beobachten, bewerten und in Entscheidung einbeziehen, das eigene Fahrverhalten den Umgebungs- und Witterungsbedingungen anpassen. Die Aufzählung ließe sich noch verlängern.


Sind Kinder mit Fahrrad, Roller und Co unterwegs, müssen sie sich diesen Herausforderungen ebenfalls stellen. Inwieweit ihnen dies gelingt, hängt von ihrem Alter und der Entwicklungsphase ab und ob sie in ihrem Umfeld geschützte Möglichkeiten finden, zum Üben und Erfahrungen sammeln.


Finden Sie mehr Hintergrundinformationen in der Broschüre „Sicher rollern – besser radeln! – Bewegungsförderung und Prävention von Kinderunfällen in Kindertageseinrichtungen“ der Landesvereinigung für Gesundheit in Schleswig-Holstein e.V.

Ideen zur Fortsetzung

Im Straßenverkehr müssen verschiedene Handlungen gleichzeitig koordiniert werden. So auch hier: Die Mädchen und Jungen stehen im Kreis und halten jeweils einen Stift. Die Stifte sollen nun links- oder rechtsherum im Kreis weitergegeben werden, ohne dass sie runterfallen oder es einen „Stiftestau“ gibt. Am Ende halten alle Kinder wieder ihren Stift in der Hand. Anfangs kann der Weitergaberhythmus akustisch unterstützt werden. Noch anspruchsvoller wird es, wenn gleichzeitig weitere Bewegungen (z.B. Kniebeugen, Armheben) eingebaut werden.

Der Forschertipp wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.