Kannst du die Bewegung hören?

Von hier nach dort – wenn wir uns durch unseren Alltag bewegen, sind wir umgeben von Geräuschen, Tönen und Klängen und sind selbst nie ganz lautlos. Was verrät oder signalisiert uns die Geräuschkulisse?

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Alltagsbezug

Geräusche unterstützen uns bei der Orientierung. Beim Versteckspielen erfahren die Mädchen und Jungen beispielsweise, dass Geräusche Auskunft darüber geben, in welcher Richtung sich das suchende Kind befindet und wie nah oder weit es entfernt ist. Sind dessen Schritte ganz leise, können sie in ihrem Versteck durchatmen, werden die Schritte jedoch lauter, ist Vorsicht angesagt!

Auch im Verkehr orientieren wir uns an Klängen und Geräuschen um uns herum. Das kann in manchen Situationen sogar lebenswichtig sein. Hören wir beispielsweise das Brummen eines Motors immer lauter werdend, wissen wir, auch ohne hin zuschauen: Es nähert sich ein Auto. Und wie können sich die Mädchen und Jungen bemerkbar machen, wenn sie auf Fahr- und Laufrädern oder mit dem Roller unterwegs sind? Sie klingeln!

Sie brauchen

  • verschiedene Materialien, die als Pfad auf dem Boden ausgelegt werden können (z.B. Luftpolsterfolie, Zeitung, Schaumstoff etc.) Fortbewegungsmittel für die Kinder
  • mehrere (verschiedene) Fahrradklingeln
  • evt. Kopfhörer

Der Versuch beginnt

Gestalten Sie in einem ruhigen Raum einen Pfad, der abschnittsweise aus verschiedenen Materialien besteht. Welche materialtypischen Geräusche sind hörbar, wenn man mit oder ohne Schuhe auf dem Pfad unterwegs ist? Ein Kind läuft dazu zunächst langsam den Pfad entlang, die anderen lauschen.

Bei einem weiteren Durchlauf bewegt sich das Kind unterschiedlich schnell auf dem Parcours entlang. Die anderen Mädchen und Jungen stehen oder sitzen abgewandt im Raum und spitzen die Ohren. Anhand der Geräusche versuchen sie herauszufinden, wo sich das Kind befindet oder ob es sich eher schneller oder langsamer bewegt hat.

Weiten Sie die Geräuschesuche aus! Sammeln Sie gemeinsam die Umgebungsgeräusche, die von den Kindern im Haus und draußen wahrgenommen wurden, während sie versuchten, sich einige wenige Minuten auf das Hören zu konzentrieren. Manchen Kindern gelingt dies besser mit geschlossenen Augen.

So geht es weiter

Mit Fahrradklingeln kann man sich unterwegs akustisch bemerkbar machen. Probieren Sie mit den Kindern unterschiedliche Modelle aus und testen sie deren Klang. Die Klingeln sollten dabei mindestens eine Unterarmlänge vom Ohr entfernt sein. Welche Klingel tönt besonders laut, hell, tief oder lang?

Die Mädchen und Jungen wählen nun draußen einen Platz. Eines der Kinder trägt von dort aus eine Klingel von Ort zu Ort (z.B. hinter das Haus, auf das Klettergerüst) und betätigt sie dabei fortwährend. Die anderen folgen dem Kling-Klang mit den Ohren. Von wo aus ist die Klingel gut oder weniger gut zu hören? Woran erkennen die Kinder, ob die Klingel näher kommt oder sich von ihnen entfernt? Welche Veränderungen stellen die lauschenden Kinder fest, wenn sie ein oder beide Ohren zuhalten oder Kopfhörer aufsetzen?

Tauschen Sie sich mit den Kindern aus: Wie können sich die Kinder auch noch anders akustisch bemerkbar machen, wenn sie unterwegs sind?

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Hintergrund

Wenn wir Geräusche erzeugen, ist es uns gelungen, eine Schallquelle, z.B. den Klangkörper der Fahrradklingel, zum Schwingen zu bringen.

Bei der Fahrradklingel wird, ähnlich wie bei einer Glocke, der Klangkörper von innen oder außen durch ein Schlagwerk angestoßen und schwingt für uns unsichtbar. Die Schwingbewegungen werden von der Schallquelle auf das umgebende Medium - meist ist es die Luft – übertragen und gelangen als Druckschwankungen an unser Ohr. Wir hören sie dann.

Wir orientieren uns in unserer Umwelt mit Hilfe unserer Sinne. Insbesondere im Straßenverkehr sind neben den optischen Sinneseindrücken, akustische Informationen hilfreich für uns, um sicher voran zu kommen.

Ideen zur Fortsetzung

Gelingt es den Mädchen und Jungen, die Klingel herauszuhören, wenn sie zusätzlich von anderen lauten Geräuschen umgeben sind? Gehen Sie dazu in einen geschlossenen Raum und drehen sie Musik an – ruhig etwas lauter, ohne die Lautstärke zu übertreiben. Wer möchte, kann sich zu der Musik bewegen oder auch ein Gespräch mit den anderen Kindern anfangen. Betätigen sie nach einer Weile – ohne Vorankündigung – erneut die Klingel. Tauschen Sie sich danach gemeinsam aus: Wer hat die Klingel gehört, wer nicht? Wer hat die Klingel zwar gehört, aber erst etwas später? Haben die Mädchen und Jungen eine Idee, in welcher Situation eine solche Geräuschkulisse brenzlig werden könnte?