Programmiere deinen Tanz!

Tanzen macht Spaß! Schon die Kleinsten wackeln zur Musik mit dem Po oder drehen sich im Kreis. Zu bestimmten Liedern machen sogar alle die gleichen Bewegungen. Aber woher weiß jeder, wann genau er welche Bewegung machen soll?

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Alltagsbezug

Vielleicht haben die Kinder schon einmal eine Tanzshow im Fernsehen oder im Theater gesehen, auch beim Ballett oder in der Oper gibt es Choreographien. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich aufeinander abgestimmt und synchron. Manchmal stehen sie so dicht, dass es sogar richtig wichtig ist, dass sich alle gleich bewegen, damit es keine Zusammenstöße gibt. Aber wie kann das funktionieren?

Sie brauchen

  • ein schönes Lied
  • ein passendes Abspielgerät
  • viel Platz
  • Papier und Stifte
  • evt. eine Videokamera

Der Versuch beginnt

Wählen Sie ein lustiges Lied, das viele Kinder kennen und spielen Sie es an. Gemeinsam lauschen alle den Tönen und beschreiben anschließend das Gehörte. War es langsam oder schnell? Klang es für einige lustig oder eher traurig? Gab es sich wiederholende Teile oder Stellen, die für die Mädchen und Jungen besonders waren?
Spielen Sie das Lied nun vollständig ab und lassen sie die Kinder die Musik mit ihrem Körper erkunden. Wer nicht tanzen möchte, hört trotzdem genau zu und wippt vielleicht im Takt mit dem Fuß oder einem Finger. Welche Bewegungen mögen die Kinder? Finden sie einen Rhythmus? Welche Bewegungen können sie mehrfach bei sich und den anderen beobachten? Zu welchen Stellen des Liedes passt welche Bewegung besonders gut? Das können einfache Bewegungen sein wie Klatschen oder springen, aber auch schwierigere, wie eine Drehung oder eine Welle mit den Armen.

So geht es weiter

Nun geht es daran, eine Choreographie zu entwickeln. Zunächst können einzelne, herausragende Stellen des Liedes mit einer Bewegung versehen werden. Welche Bewegung passt besonders gut? Alle klatschen zum Beispiel in die Hände, wenn der Refrain beginnt.
Welche Bewegung passt als nächstes? Langsam wird eine ganze Abfolge von Bewegungen daraus: Klatsch in die Hände, klatsch auf die Oberschenkel, stampf mit dem Fuß, … Diese Bewegungsabfolge könnte beispielsweise immer während des Refrains wiederholt werden. Damit man die Choreografie nicht vergisst und auch andere sie tanzen können, kann man für jede Bewegung ein Symbol festlegen und in der richtigen Reihenfolge aufschreiben oder –malen.
Welche Lieder gefallen den Kindern und für welche möchten sie eine eigene Choreografie entwerfen? Es können auch Videoaufnahmen gemacht werden, die sich alle gemeinsam anschauen oder der fertige Tanz wird bei einer Aufführung den Eltern gezeigt.

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Hintergrund

Eine Choreographie ist nichts anderes als ein Algorithmus: Eine Folge von Schritt-für-Schritt-Anweisungen, die eindeutig formuliert ist und immer wieder auf die gleiche Weise ausgeführt werden kann.

Beispiele für Algorithmen sind Melodien oder schriftliches Rechnen, aber auch Computerprogramme. Um nämlich einer Maschine Aufgaben zu übertragen, müssen die Anweisungen bzw. der Algorithmus in eine Programmiersprache übersetzt werden. Die in einer Programmiersprache geschriebene Folge von eindeutigen Handlungsanweisungen nennt man dann Programm.

Ideen zur Fortsetzung

Kennen die Kinder noch andere Dinge, bei denen die Vorgehensweise aufgeschrieben ist? Fallen den Kindern Tätigkeiten in ihrem Alltag ein, bei denen sie einzelne Schritte in einer bestimmten Reihenfolge ausführen müssen? Ist es zum Beispiel wichtig, ob man beim Händewaschen zuerst Seife nimmt oder zuerst den Wasserhahn anmacht? Und wo spielt die Reihenfolge noch eine Rolle? Was wäre zum Beispiel, wenn man die Töne von „Alle meine Entchen“ in einer anderen Reihenfolge spielt?