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Zugedeckt und abgedichtet - versiegelter Boden

Wann und wo sehen wir eigentlich echtes Erdreich? Und was passiert, wenn der Boden mit Pflastersteinen oder Asphalt überdeckt wird? Erforschen Sie gemeinsam mit den Kindern, welche Bodenoberflächen sie im Alltag umgeben und welche Auswirkungen dies auf sie und ihre Umwelt hat.

Drei Kinder untersuchen mit Lupen den Waldboden
© iStock.com / Imgorthand
Ein Schulhof aus der Vogelperspektive
© Markus Braumann/©Stiftung Haus der kleinen Forscher
Kinder sitzen auf dem Boden und malen auf eine große Kartonpappe
© Stiftung Haus der kleinen Forscher

Sie brauchen:

  • Mehrere Kopien einer Karte eines Außengeländes, das für die Kinder frei zugänglich ist
  • Stifte
  • Thermometer
  • Behälter mit Wasser

So funktioniert's:

Alltagsbezug aufgreifen

Die Lebenswelt der meisten Kinder ist geprägt von versiegelten Böden, denn viele ihrer täglichen Wege führen über asphaltierte Straßen und Wege mit verschiedensten Pflastersteinen. Wie viel versiegelte Fläche uns umgibt, nehmen wir meist nicht mehr wahr. Es lohnt sich, mit den Kindern gezielt auf den Boden zu schauen: Wie sieht der Boden unter meinen Füßen wirklich aus? Ist er versiegelt und wenn ja, warum? Welchen Einfluss hat die Bodenversiegelung auf den Boden, aber auch auf uns, die wir auf ihm laufen?

Der bewusste Blick: Kartierung von Bodenflächen

Gehen Sie gemeinsam mit den Kindern in ein Gelände, das den Kindern aus ihrem Alltag gut bekannt ist, z.B. das Außengelände Ihrer Einrichtung. Bitten Sie die Kinder, sich den Boden und vor allem seine Oberfläche in diesem Außengelände genauer anzugucken. Gibt es offenen Erdboden, Sand oder gepflasterte Bereiche? Nach dem ersten Erkunden sollen die Kinder in kleinen Gruppen versuchen, eine Bodenkarte für das Gelände zu erstellen, indem sie die verschiedenen Oberflächen in eine Karte malen. Fertigen Sie dafür vorab eine grobe Geländekarte mit markanten Punkten, wie Bäumen, Spielgeräten oder Zäunen an. So fällt es den Kindern leichter, sich in dem Gelände zu orientieren.

Wenn die Kinder mit ihrer Kartierung fertig sind, kommen sie zusammen und berichten, welche Oberflächen sie an welchen Stellen gefunden haben. Was haben die Kinder herausgefunden: Ist viel der Fläche versiegelt, also zugedeckt? Wo finden sie solche Orte? Was denken die Kinder, warum gerade an diesen Stellen der Boden versiegelt wurde?

Versiegelt oder entsiegelt?

Anhand dieser Kartierung können nun weitere Versuche stattfinden, um zu schauen, welchen Einfluss der Bodenbelag hat: Erspüren Sie gemeinsam, wie sich die verschiedenen Oberflächen anfühlen, wenn man barfuß darüber geht. (Achtung: Gelände vorher überprüfen, ob Verletzungsgefahr droht.) Welche Unterschiede können die Kinder fühlen? Gibt es Untergründe, die sich angenehmer anfühlen oder auf denen man besser laufen kann?

An warmen (am besten heißen) Tagen kann zusätzlich der Temperaturunterschied der Flächen erspürt werden. Wie fühlt sich der Unterschied zwischen versiegelten und unversiegelten Flächen an, wenn länger die Sonne auf sie scheint? Ganz exakt lässt sich dies mit einem Thermometer - besonders gut mit einem Infrarotthermometer - überprüfen. Gibt es Flächen, die so heiß werden, dass die Kinder nicht mehr barfuß darauf gehen können?

Lassen Sie die Kinder auf den verschiedenen Flächen Wasser ausschütten und beobachten sie gemeinsam, was mit dem Wasser passiert: Versickert es oder läuft es irgendwohin ab? Wo landet das Wasser, das nicht abfließen kann?

Die Erkenntnisse aus diesen Erfahrungen können danach alle in die Karte eingetragen werden.Besprechen Sie anschließend mit den Kindern: Was ist ihnen bei der Kartierung aufgefallen? Finden die Kinder die Flächenverteilung gut so, wie sie ist? Was würden sie gerne anders haben? Was wäre, wenn alle Flächen komplett versiegelt wären?

Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, wie es wäre, ein Bodentier zu sein, z.B. ein Regenwurm oder eine Assel. Welchen Boden würden sie sich wünschen? Vielleicht gibt es Flächen in der Umgebung ihrer Einrichtung, die entsiegelt werden könnten. Dies ist nicht nur ökologischer, sondern auch schöner und schafft ein angenehmeres Lebensumfeld, nicht nur für Bodentiere, sondern auch für uns Menschen. Wie sollte so ein entsiegelter Boden für die Kinder aussehen – vielleicht bewachsen mit einer kleinen Blumenwiese?

Wissenswertes für Erwachsene

In Deutschland werden ca. 60 Hektar pro Tag für Verkehrs- und Siedlungsflächen überbaut und damit versiegelt. Der Boden wird dadurch luft- und wasserdicht abgedeckt, so dass Regenwasser nicht mehr versickern kann. Bei Starkregen kann es so zu Überschwemmungen kommen, da die Kanalisation nicht das ganze anfallende Wasser aufnehmen kann. Gleichzeitig fehlt das versickernde Wasser im Boden, um die Grundwasservorräte aufzufüllen. Zudem kann nur ein feuchter Boden im Sommer durch die Verdunstung des versickerten Wassers zu einer Kühlung der Luft beitragen. So kommt es, dass versiegelte Oberflächen wie Straßen und Gehwege im Sommer so viel heißer sind als unversiegelter Boden.

Solch ein Boden bietet keinen Lebensraum mehr für Tiere und Pflanzen und verliert so auch immer mehr seiner natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Daher lohnt es sich, in seinem Umfeld zu schauen, welche Flächen entsiegelt werden können bzw. weitere Versiegelung zu vermeiden.